Wir über uns

So notwendig wie Freunde ist nichts im Leben

Wir, eine lebendige Gemeinschaft von Studenten und Akademikern, pflegen über Generationen Freundschaft, Toleranz und Lebensfreude. Wir studieren gemeinsam, tauschen Erfahrungen aus, diskutieren und entwickeln unsere Persönlichkeit weiter. Manchmal auch durch mithilfe guter Feiern.

Tradition leben wir, indem wir den Kontakt zu den älteren und derjüngeren Generation ermöglichen und pflegen. Extremismus und Intoleranz gehören nicht zu uns – wir lieben das Leben und die Menschen, die es schätzen. Wir leben in der Gegenwart und sind uns bewusst, dass wir die Zukunft mitprägen. Gleichgültigkeit dem Studium und den Mitmenschen gegenüber sind bei uns nicht willkommen; genauso wie das Streben einzig nur nach den eigenen Vorteilen. Wer uns in eine Schublade mit Klischees stecken möchte, der wird es nie schaffen – wir sind alle unterschiedlich.

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info[at]ostmark-beuthen.de

Geschichte des Vereins

Um die Geschichte unserer Korporation genauer zu beleuchten empfiehlt es sich an der Gründungsstätte, der Pädagogischen Akademie Beuthen in Oberschlesien, zu beginnen. Aufgrund der Tatsache das Beuthen im Gründungsjahr 1930 zum äußersten Zipfel des damaligen Deutschen Reichs gehörte, und zudem nach dem 2. Weltkrieg ein Vielzahl an Informationen schlichtweg verlorengingen, lässt sich die Reproduktion selbiger nur lückenhaft wiedergeben. Ich beziehe mich vor allem auf den 1965 verfassten Rückblick über die Geschichte der Ostmark, welche anlässig des 35. Stiftungsfestes erstellt wurde.

Unser lieber AH und Bb Walter Gröschel wurde damals im Auftrag seiner Erstkorporation die dem CV angehörte, aus Neisse als Keilfux nach Beuthen gesandt, um dort eine Studentenverbinden zu ergründen. Der Ortsansässige Akademiedirektor Prof. Dr. Hans Abmeier, ebenfalls angehöriger des CV, lehnte jedoch die Anfrage seines Cartellbruders ab. Einerseits konnte man nicht am äußersten Zipfel des damaligen "Deutschtums" farbentragende Studenten zulassen. Andererseits war dies ebenfalls nicht mit dem Stadtbild Beuthens, was durch den Bergwerkskumpel geprägt war, zu vereinbaren.

Pädagogische Akademie zu Beuthen

Pädagogische Akademie zu Beuthen

Aufgrund dessen unternahmen Breslauer KVer den entscheidenden Vorstoß und erlangten die Genehmigung zur Korporationsgründung. Hauptinitiator war unser lieber AH Studienrat Robert Thiel. Was zuvor als unmöglich erschien wurde durch den gescheiterten Versuch eines Farbenbruders des CV ermöglicht. Die Gründungsstunde der Ostmark am 20.06.1930. Unter den damaligen Prinzipien Gott, Freundschaft, Vaterland und mit dem noch heute geltenden Wahlspruch tapfer und treu, gelang der Ostmark dann der Anschluss an einen größeren Verband, selbstverständlich des KV, welcher letztlich auf der 56. VV in Würzburg auch Wirklichkeit werden sollte. Die Ostmark wurde als außerordentlicher Verein und 101.Mitglied in den Kartellverband aufgenommen.

Somit fand die feierliche Publikation der Ostmark unter der Patenschaft der K.St.V. Franko-Silesia Breslau (heute Münster, die dies doch vehement ablehnt) am 26.Oktober 1930 im Beuthener Konzerthaus statt. Initiator war unser lieber AH/Kb Rudi Hans Knauerhase. Zu den ersten Ehrenmitgliedern der Ostmark zählten natürlich der Akademiedirektor Prof. Dr. Abmeier und der amtierende Oberbürgermeister von Beuthen Dr. Adolf Knackrick. Letzterer erwähnte dieses besondere Ereignis dann nochmal in einem Artikel des Gleiwitzer und Beuthener Heimatblatts dessen Wortlaut wie folgt war: "Damit (dass die Ostmark Anschluss an den KV gefunden hatte) war in Beuthen auch äußerlich erkennbar akademisches Leben eingezogen, und wir Beuthener waren damals nicht wenig stolz darauf, nunmehr in die Reihe deutscher Studentenstädte eingereiht zu sein."

Gründungssemester SoSe 1930

Gründungssemester SoSe 1930

Ab diesem Zeitpunkt gestaltete die Ostmark aktiv das nationale, kartellpolitische, soziale, wissenschaftliche und gesellschaftliche Leben in Beuthen und darüber hinaus mit. Hierbei ist besonders die Jugendarbeit zu erwähnen. Auf freiwilliger Basis hielten die damaligen BbBb Schulungskurse und Fortbildung für arbeitslose Jugendliche ab. Des Weiteren wirkten sie auch im Ortsansässigen Jugendheimen und Jugendvereinen tatkräftig mit und machten sich alsbald einen Namen im gesellschaftlichen Leben Beuthens.

Daraufhin dauerte es auch nicht lange, dass der KV auf Eilantrag des damaligen Vorortes der K.St.V. Ottonia München, die Ostmark im SS 1933 als ordentliches Mitglied aufgenommen wurde. Doch der Erfolg der Ostmark sollte weitergehen. Im SS 1935 konnte sich diese mit dem stärksten Fuxenstall des KV, dieser zählte sage und schreibe 35 "stramme Anwärter", rühmen. In der darauf folgenden Zeit wurde es nicht nur für die Ostmark, sondern auch für viele andere KV Korporationen und Studentenverbindungen, schwierig ihr aktives Leben weiter zu gestalten. Diese soll aber lediglich punktuell beleuchtet werden.

SS 1931, im Schützenhaus; 15.04.1931

SS 1931, im Schützenhaus; 15.04.1931

Mit der von der NSDAP einhergehenden Gleichschaltung vieler Verbände wurde es auch für den KV und dessen untergeordnete Vereine immer schwieriger den Regimevorstellungen zu entsprechen. Somit löste sich der KV am 20. November 1935 auf, wenig später dann auch die Ostmark in einem letzten Konvent, den unser lieber AH Walter Fahl als amtierender Senior abhielt. Dennoch ließen sich die Ostmärker durch die augenscheinlichen Wirren der NS-Zeit nicht unterkriegen. Ins Geheimen trafen sich noch zahlreiche Mitglieder unter der Leitung von Herbert Günther Schmidt als "Kameradschaft Ostmark" weiter. Der geschlossene Lebensbund bis zum Tode sollte nicht durch parteipolitische Machenschaften gebrochen werden. Der Wahlspruch "Tapfer und Treu" wurde weitergelebt. Treffpunkt war bis zum Ende 1936, wie auch schon in aktiven Zeiten, das "Steiger-Lokal" der Hohenzollerngrube.

Nach dem 2. Weltkrieg war es wieder einmal unser lieber AH/Bb Robert Thiel der den entscheidenden Impuls und die Bestrebung zur Neugründung der Ostmark gab. Am 17.12. 1953 verschickte er ein sagenumwogenes Schreiben, welches drei Fragen enthielt die aber leider nicht bekannt sind, an alle Ostmärker die im KV Handbuch verzeichnet waren. Aufgrund der wohl damit verbundenen Rückmeldungen der angeschriebenen Bundesbrüder verfasste er dann am 01.02.1954 ein Rundschreiben an 30 Bb.

Zu Beginn der Neugründung musste erstmal ein geeigneter Hochschulort ausfindig gemacht werden. Hierbei standen die Hochschulen Alfeld, Bonn, Münster und Paderborn zur Auswahl. Aus mehreren prägnanten Gründen, die wie folgt waren, sollte die Wahl dann doch auf Letztere fallen. Einerseits bestand hier durch die zur damaligen Zeit sehr aktive K.St.V. Teutoburg der Bedarf an einer weiteren KV Korporation. Andererseits waren ein Großteil der Studenten der Hochschule Paderborn Ostvertriebene und zudem einige Professoren AHAH des KV. AH/Kb Othmar Thiel nahm aufgrund dessen Tuchfühlung mit den Ostmärkern auf. Ein vorbereitender Ausschuss wurde einberufen, welcher dann einen Zusammenschluss der Bb am 10.04. 1954 in Hannover organisierten.

Im SS 1954 konnte dann der langersehnte und entscheidende Schritt zur Neugründung gemacht werden. Auf der Semester-An-Kneipe der K.St.V. Teutoburg wurde die Ostmark wieder ins Leben gerufen und arbeitete eng mit ihren KbKb zusammen. Am 19. Mai 1954 gab dann auch die Pädagogische Akademie zu Paderborn seine Zulassung und die Ostmark war offiziell ein Teil des studentischen Lebens in Paderborn. Die letztliche feierliche Publikation fand dann am 2. Juli 1955 zum 25. Stiftungsfest der Ostmark statt. Wieder einmal wurde auf einen Eilantrag hin, die Ostmark auf der Hauptversammlung des KV am 17.06.1954 in Bingen als ordentlicher Verein aufgenommen. Nunmehr war auch der Schritt in den Alten Dachverband getan und die BbBb konnten mit ihrer fruchtbaren Arbeit beginnen.

Einer dieser fruchtbaren Momente stellte die Wahl der Ostmark zum Vorort des KV auf der VV im SS 1963 dar. War dies doch eine der größten coleurstudentischen Ehrerbietungen die einer so jungen Korporation gemacht werden konnte. Aber dabei sollte es nicht bleiben. Im darauf folgenden Jahr wurde die Ostmark aufgrund ihrer hervorragenden Arbeit nochmals als Vorort gewählt. Zu den Vertretern des Vorortes über die vier Semester zählten unsere lieben AHAH Josef Klotz, Manfred Zimmermann, Manfred Bungener, Bernd Meyer, Dieter Buchner, Werner Hitz, Fritz Sandmeier, Hans Heinrich Schulten und nicht zuletzt aber in besonderer Weise Einhard Föllinger sowie unser Ehrenphilister Aloys Mrogenda (AHX).

Natürlich gab es aber noch weitere Höhepunkte im Korporationsleben der Ostmark. Ob der Länge soll hier aber lediglich nur noch die VV des SS 2005 erwähnt werden, welche damals unter der Federführung der Ostmark in Paderborn abgehalten wurde.

Dieser Artikel stellt einen kleinen und hoffentlich gelungenen Einblick in die Entstehung und Geschichte der Ostmark dar. Natürlich sind der Worte noch viele niederzuschreiben und werde sicherlich, noch nachgetragen werden.

Text: Claus Wiesenthal, 17.03.2008